Geschichte

Schon in den 20er Jahren gab es im Inntal Musikbünde, in denen sich mehrere Dorfkapellen zusammengefunden haben. Als Beispiel nehmen wir den Musikbund Schwaz, dem die Musikkapelle Schlitters schon 1924 beitrat. Auch die Musikkapellen von Bruck und Strass schlössen sich dem Musikbund Rattenberg an. 1947 wurde der Tiroler Landesverband der Blasmusikkapellen gegründet. Dies war sicherlich der ausschlaggebende Grund, daß sich auch im Zillertal führende Männer der 13 Musikkapellen zusammengefunden haben und 1948 den Bezirksverband der Zillertaler Bundesmusikkapellen gründeten. So zählt heute der Zillertaler Blasmusikverband sicher zu den jüngeren Bünden des Tiroler Landesverbandes. 1979 wurde in der 340-Seelen-Gemeinde Brandberg eine Musikkapelle gegründet und 2010 in der Gemeinde Ramsau, sodass heute dem Zillertaler Blasmusikverband 15 Mitgliedskapellen angehören.
H. Jichart, Geschäftsmann aus Hippach/Laimach und Gründungsmitglied, war der erste Bezirksobmann und zugleich Bezirkskapellmeister. Leider hatte er diese Ämter nur kurze Zeit inne, da er aus familiären Gründen von Hippach weggezogen ist. So übernahm im Jahr 1951 Dr. Hans Rainer, Rechtsanwalt aus Fügen, die Obmannstelle und Franz Stiegler aus Stumm den Bezirkskapellmeister. Aber auch diese Periode war nicht von langer Dauer. Hans Pendl aus Zell a. Z. übernahm 1961 die Obmannstelle und gemeinsam mit Bezirkskapellmeister Stiegler wurde das erste Wertungsspiel für die Kapellen des Tales in Mayrhofen durchgeführt. Zwei Jahre später trafen sich die Kapellen zu einem weiteren Wertungsspiel in Tux und wieder einige Jahre danach in Fügen. Leider wurde das Interesse für diese Wertungsspiele immer schwächer, sodaß in den weiteren Jahren die Wertungsspiele im Zillertal ganz aufhörten. Dies ist sicherlich darauf zurückzuführen, daß die Musikkapellen des Zillertales wegen des Tourismus schon immer sehr beansprucht waren.

Franz Stiegler legte 1966 sein Amt als Bezirkskapellmeister zurück und ihm folgte Hans Tramnitz aus Mayrhofen. Für alle unerwartet verstarb plötzlich im Jahr 1971 Obmann Hans Pendl und ihm folgte darauf Hauptschuldirektor Alois Rom aus Fügen. Auch Dir. Alois Rom konnte sein Amt nicht lange ausführen. Anlässlich der Generalversammlung der Musikkapelle Fügen, wo er als Ehrengast eingeladen wurde, verstarb er inmitten seiner Musikkameraden. Nun folgte Franz Fankhauser, Zimmermeister aus Kaltenbach. Unter seiner Führung konnte eine deutliche Aufwertung des Verbandes festgestellt werden. Gerade die Jungmusikerausbildung lag ihm sehr am Herzen. Bezirksjugendreferent Dir. Konrad Lehner fand in Obmann Fankhauser große Unterstützung und konnte in den darauffolgenden Jahren ein stetes Ansteigen der Blasmusikschüler an den Landesverband melden. Durch diese intensive Jugendbetreuung stieg auch das Leistungsniveau der einzelnen Musikkapellen, allein schon ersichtlich durch die vielen Jungmusikleistungsträger in Bronze, Silber und Gold.